Nachrichten 2021

Dipl.-Ing. Wolfgang Scholz verstorben

19.08.2021 - Wenige Wochen nach seinem 89. Geburtstag, ist LBD a. D. Wolfgang Scholz am 19.08.2021 verstorben. An ihn ist vor allem wegen seiner Leistungen als Behördenleiter bei der Wiedervereinigung bleibend zu erinnern. Scholz ist 1932 in Berlin-Tegelort geboren, ging dort mit 17 Jahren zur Freiwilligen Feuerwehr und wurde mit 25 Jahren auch ihr Wehrführer. Schließlich 1960, nach Abschluss seines Studiums, wechselte er mit 27 Jahren beruflich zur Berliner Feuerwehr. Dort versah er seinen Dienst zunächst in der Abteilung II (Vorbeugender Brandschutz), später wechselte er als Abteilungsleiter in die Abteilung I (Einsatzabteilung) und wurde stellvertretender Landesbranddirektor.

Als Scholz am 1. Januar 1989 als LBD Leiter der (West-) Berliner Feuerwehr wurde, nahm er sich für seine verhältnismäßig kurze Dienstzeit als Behördenleiter die Erprobung und voraussichtliche Einführung eines neuen Helmes vor. Als auffällige Besonderheit vorangegangen war lediglich seine Verhandlungsführung mit DDR-Behörden zu Sicherheitsfragen, die schließlich die Einführung der damaligen Wasser-Unfall-Melder (WUM) zum Ergebnis hatten. Aber dann kam der Mauerfall am Abend des 9. November 1989, den LBD Scholz während eines Treffens von Berliner Behördenleitern erlebte. Er hat dann anschließend alle Ereignisse in seinem „Zeitprotokoll“ festgehalten.

Scholz hatte nie aufgegeben, die Eingliederung des gesamten städtisch betriebenen Rettungsdienstes in die Feuerwehr zu fordern. Am 1. Juli 1991 war es soweit, das Rettungsamt wurde in die Berliner Feuerwehr eingegliedert. An diesem Tage endet das „Zeitprotokoll“ von Scholz; seine Ziele waren erreicht.

Als LBD Scholz am 1.Juli 1992 noch die Wiederkehr der Berlinweit einheitlichen Notrufnummer erlebte, konnte er am Ende desselben Monats bei seinem Eintritt in den Ruhestand mit etwas Stolz schon auf eine wieder weitgehend einheitliche Berliner Feuerwehr zurückblicken. Wo er einst seinen Werdegang bei der Feuerwehr begann, wurde er nun ein geschätztes Mitglied der Ehrenabteilung der FF Tegelort.


Einen ausführlichen Nachruf mit der Würdigung seiner Leistungen finden Sie hier [456 KB] . (PDF)





Bildsammlung von Manfred Gihl

19. Juli 2021 - Heute kam es zu einem Treffen von LtdBD i. R. Frieder Kircher, ehemaliger Direktionsleiter Nord der Berliner Feuerwehr, jetzt Mitglied im Förderverein Feuerwehrmuseum Berlin e. V. und Branddirektor i. R. Manfred Gihl. Herr Gihl ist langjähriger Leiter des Sachgebiets Fahrzeuge und Geräte sowie stellvertretender Leiter der Technischen Abteilung, zuletzt Leiter des Direktionsstabes. Seit 1979 ist er Mitglied des Referates 11 Brandschutzgeschichte der vfdb. Er verfasste mehrere Bücher über Feuerwehrfahrzeuge (einschließlich Löschboote) der Hamburger, deutscher und amerikanischer Feuerwehren.

Anlass war ein Artikel von Frieder Kircher über die Entwicklung der Berliner Feuerwehr mit der Bildung von Groß-Berlin ab 1921 in Brandschutz Deutsche Feuerwehrzeitung (Ausgabe 1/2021), den Manfred Gihl mit Interesse verfolgte. Bei dem daran anschließenden Mailverkehr bot Manfred Gihl an, seine umfangreiche Bildsammlung über die Berliner Feuerwehr, insbesondere von Fahrzeugen, in die Hände der Berliner Feuerwehr zu überführen. Nach kurzer Absprache mit den zuständigen Stellen bei der Berliner Feuerwehr wurde vereinbart, die Schenkung über den Förderverein abzuwickeln und die Bilder anschließend dem Archiv der Berliner Feuerwehr zur Verfügung zu stellen.

Gesagt und getan, die Übergabe fand im privaten Rahmen bei Manfred Gihl statt und die beiden hatten wirklich viel zu erzählen. Manfred Gihl hatte perfekt die Zusammenstellung von teilweise Originalbildern von Fahrzeugen und Ereignissen bei der Berliner Feuerwehr sortiert und auf jedem Bild stand auch die Quelle und der Inhalt auf der Rückseite. Eine große Anzahl der Bilder stammt aus dem Nachlass von Alexander Stude, ehemaliger Mitarbeiter der Feuerwehr Braunschweig, einem Nachfahren des ehemaligen Berliner Branddirektors Alexander Stude (1887-1893), der die Bilder Manfred Gihl überlassen hatte.

Insgesamt handelte es sich um 24 Fotos der Berliner Feuerwehr, 9 Fotos der Feuerwehr Charlottenburg, 2 Fotos der Feuerwehr Grunewald und je 1 Foto der Feuerwehren Schöneberg und Steglitz. Ein Beispiel davon ist eine Schapler DL 25 aus dem Jahr 1908 mit DMG-Fahrgestell vor der Feuerwache Friedrichshain oder eine Aufnahme von einem Übungsdienst der Freiwilligen Feuerwehr Steglitz (die nach Aussagen von Fachleuten bisher noch nicht bekannt war). Dazu hat Manfred Gihl noch eine wohlsortierte Sammlung von Dias von Berliner Feuerwehrfahrzeugen der Neuzeit und vom historischen Fahrzeugkorso im Jahr 2001 anlässlich des 150 jährigen Jubiläums überreicht.

Wir danken Manfred Gihl ganz herzlich für die Überlassung und freuen uns, wenn wir ihn, trotz seines hohen Alters, einmal in Berlin im Feuerwehrmuseum begrüßen dürfen!



Foto: Manfred Gihl und Frieder Kircher in Hamburg



170 Jahre Berliner Feuerwehr mit Günter Strumpf

31. Juli 2021 - Im Feuerwehrmuseum Berlin wurde ein ausführliches Interview mit unserem ehemaligen Vereinsvorsitzenden Günter Strumpf aufgezeichnet. Aus Anlass des Jubiläums 170 Jahre Berliner Feuerwehr werden die 21 Leiter der Berliner Feuerwehr und ihre Leistungen vorgestellt. Die Entwicklung dieser ältesten deutschen Berufsfeuerwehr wird erlebbar erzählt und viele interessante Details angesprochen.
Herr Strumpf ist anerkannter Kenner der deutschen Feuerwehrgeschichte und befasst sich seit Jahrzehnten mit der Geschichte der Berliner Feuerwehr. Für sein Wirken hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten und mehrere Grundlagenbücher zum Thema veröffentlicht.



Foto: Günter Strumpf und Sascha Guzy



170 Jahre Berliner Feuerwehr

18. Juni 2021 - Am heutigen Tage steht die Berliner Feuerwehr seit 170 Jahren im Dienst und ist somit nicht nur die Größte, sondern vor allem die älteste Berufsfeuerwehr in Deutschland. Seit Anfang des Jahres 1851 traf der erste Branddirektor dieser neuen Einrichtung, Carl Ludwig Scabell, im Auftrag des Polizeipräsidenten Karl Ludwig Friedrich von Hinckeldey die nötigen Vorbereitungen, um am 18. Juni 1851 die Einsatzbereitschaft zu melden. Seit diesem Tage steht die Berliner Feuerwehr der Stadt und ihrer Bevölkerung stets zur Verfügung. Sie ging durch Höhen und Tiefen, wurde mehrfach neu organisiert, im Zweiten Weltkrieg fast vernichtet, geteilt und wieder zusammengeführt und hat über alle politischen Systeme hinweg doch immer funktioniert und überlebt! Viele Innovationen gingen und gehen bis heute aus dieser Behörde hervor.

Die Berliner Feuerwehr würdigte dieses Ereignis im Rahmen einer, Corona bedingt, kleinen Feierstunde vor Vertretern der Presse. Natürlich waren auch das Feuerwehrmuseum Berlin und der Förderverein Feuerwehrmuseum Berlin e. V. vertreten. In diesem Rahmen wurde der Mitbegründer und langjährige Vorsitzenden des Vereins, Günter Strumpf, für sein Lebenswerk geehrt. Günter Srumpf hat über Jahrzehnte die Geschichte der Berliner Feuerwehr aufgearbeit und zahlreiche Publikationen zur Geschichte des Brandschutzes und der Feuerwehr in Deutschland und weit darüber hinaus veröffentlicht. Er gilt in Fachkreisen als profunder Kenner der Geschichte und hat allgemein anerkannte Grundsätze zur Brandschutz- und Feuerwehrgeschichte erarbeitet.

Heute nun erhielt Günter Strumpf durch den Vorsitzenden des Landesfeuerwehrverbandes Berlin, Sascha Guzy, das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber vom Deutschen Feuerwehrverband verliehen. Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen würdigte seine Verdienste und überreichte den Orden.





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